SHAN RAHIMKHAN IM INTERVIEW MIT DEM MAGAZIN FMFM - FRISEURMAGAZINFÜRMICH

Shan Rahimkhan: „Der gute Friseur hört zu, der exzellente macht mehr draus!“ Eigentlich sollte er Arzt werden. Doch als Shan Rahimkhan als 15jähriger der Einladung eines Freundes in den Salon von dessen Vater folgte, um dort als Model zur Verfügung zu stehen, war es um ihn geschehen: „Da saßen 20 hübsche Mädchen. Mir war sofort klar, dass ich doch lieber Friseur werden will“, erinnert sich Shan schmunzelnd an den Tag, an dem es bei ihm „Klick“ machte. Längst zählt Shan Rahimkhan zu den Top-Stylisten Deutschlands und gilt nicht nur in Berlin als DER „Lifestyle-Visionär“. An zwei Standorten (Gendarmenmarkt und Kurfürstendamm) zelebriert der gebürtige Iraner mit seinen außergewöhnlichen Konzeptstores Hair, Beauty und Lifestyle auf höchstem Niveau. Auf der Payroll des Star-Coiffeurs: 102 ausgelastete Mitarbeiter! Personalprobleme kennt er nicht (mehr). Er ist gern gesehener Gast auf den Red Carpets dieser Welt, stylt Prominente beim Berliner Filmpreis und Top-Models bei internationalen Fashion Weeks. Kaum ein Hochglanzmagazin, in dem Shan Rahimkhan noch nicht vertreten war. Doch wie schafft man es, so erfolgreich zu werden? Das verrät uns der Ausnahme-Friseur im Exklusiv-Interview.

Shan Rahimkhan: „Der gute Friseur hört zu, der exzellente macht mehr draus!“

Eigentlich sollte er Arzt werden. Doch als Shan Rahimkhan als 15jähriger der Einladung eines Freundes in den Salon von dessen Vater folgte, um dort als Model zur Verfügung zu stehen, war es um ihn geschehen: „Da saßen 20 hübsche Mädchen. Mir war sofort klar, dass ich doch lieber Friseur werden will“, erinnert sich Shan schmunzelnd an den Tag, an dem es bei ihm „Klick“ machte.

Längst zählt Shan Rahimkhan zu den Top-Stylisten Deutschlands und gilt nicht nur in Berlin als DER „Lifestyle-Visionär“. An zwei Standorten (Gendarmenmarkt und Kurfürstendamm) zelebriert der gebürtige Iraner mit seinen außergewöhnlichen Konzeptstores Hair, Beauty und Lifestyle auf höchstem Niveau. Auf der Payroll des Star-Coiffeurs: 102 ausgelastete Mitarbeiter! Personalprobleme kennt er nicht (mehr). Er ist gern gesehener Gast auf den Red Carpets dieser Welt, stylt Prominente beim Berliner Filmpreis und Top-Models bei internationalen Fashion Weeks. Kaum ein Hochglanzmagazin, in dem Shan Rahimkhan noch nicht vertreten war. Doch wie schafft man es, so erfolgreich zu werden? Das verrät uns der Ausnahme-Friseur im Exklusiv-Interview.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Shan, was unterscheidet einen guten Friseur von einem exzellenten Friseur?

Shan Rahimkhan: Der gute Friseur hört zu und macht, was die Kundin sagt. Der exzellente macht mehr draus! Wenn zum Beispiel eine Kundin mit dem Wunsch nach langen blonden Haaren in den Salon kommt, dann macht der gute Friseur das – lange blonde Haare. Der exzellente Friseur fragt aber erst mal nach: Warum willst du das? Und überlegt: Wie müssen Schnitt, Farbe und Styling sein, damit der Look zum Typ der Kundin passt. Der exzellente Friseur sieht nicht nur die Haare, sondern den Menschen insgesamt. Er berücksichtigt bei seiner Beratung und Dienstleistung die Gesichtsform, den natürlichen Teint, den Typ, eben den Menschen als Individuum mit seinen Bedürfnissen und Eigenschaften. Das Ziel eines exzellenten Friseurs muss es sein, alles in perfekter Harmonie zusammenzufügen.

Ist das der Grund, warum sich so viele Promis in Sachen Hair & Beauty vertrauensvoll an dich wenden?

Mag sein, Promis sind auch nur Menschen wie du und ich. Sie wollen ganz normal behandelt werden, in schöner Atmosphäre, individuell, typ- und trendgerecht. Und das bekommen sie bei uns. Es gibt auch kein Separee und keinen VIP-Bereich in meinen Salons. Prominente Kunden sind im Salongeschehen integriert, da machen wir keine Unterschiede. Wir gehen damit ganz entspannt um und die Promis ebenfalls. Im Gegenteil. Sie sind froh, wenn sie nicht auffallen.


Kollegen wie Udo Walz, bei dem du in deinen ersten beiden Jahren in Berlin gearbeitet hast, handhaben das etwas anders.

Jeder hat da seine eigene Philosophie und Zielgruppe. Es gibt ja auch Prominente, die selbst beim Friseurbesuch das Rampenlicht suchen und entsprechend genießen. In unseren Salons gibt es jedenfalls keine Selfies mit Promis. Ich achte streng darauf, dass keiner meiner Mitarbeiter oder Kunden unsere prominente Kundschaft nach Fotos oder Autogrammen fragt. Das ist einfach nicht unser Stil! Jeder hat ein Recht auf Ruhe und Entspannung bei seiner Behandlung. Und das spricht sich rum.

Schönes mit Schönem verbinden

Dir ist etwas gelungen, was in Deutschland nur wenige deiner Kollegen geschafft haben. Dein Name ist inzwischen eine Marke. Seit 2010 hast du sogar eine eigene Haarkosmetiklinie. Was war der wichtigste Schritt auf dem Weg zu deinem Erfolg?

Vielleicht liegt es daran, dass ich an 7 Tagen in der Woche und 24 Stunden am Tag Friseur und Unternehmer bin. Ich denke jede Sekunde an Haare und Business, aber keine Sekunde an Arbeit. Denn ich arbeite nicht, sondern liebe und lebe meinen Beruf. Das ist eine nonstop-Geschichte, die mir so viel Spaß macht, dass ich nie verkrampft bin. Ich bin jeden Tag aufs Neue mit Leidenschaft und Leichtigkeit dabei und nehme mir für alles viel Zeit. Abends gehe ich in gute Restaurants, treffe mich mit interessanten Menschen, die mich inspirieren. Dazu kommt eine perfekte Organisation mit motivierten und kompetenten Mitarbeitern. Und natürlich die Unterstützung meiner Frau Claudia, die sich um Marketing und Kommunikation kümmert und mich – gemeinsam mit unserem neunjährigen Sohn – erdet und unterstützt. Dadurch habe ich den Kopf frei, um jeden Tag neue Ideen zu entwickeln, wie ich mit Liebe und Leidenschaft meinen Beruf weiter ausleben kann.  
 

Welche Ideen und Projekte sind das aktuell?

Ich suche permanent nach Möglichkeiten, auch außerhalb der Friseurwelt unseren schönen Beruf zu platzieren. Mit Hapag Lloyd habe ich beispielsweise das Konzept für eine Beauty-Lounge auf dem Luxuskreuzfahrtschaff MS Europa 2 entwickelt. Im Rahmen eines Charity-Events für die Kinderorganisation Plan International, der Fashion2Night, werde ich am 23. August an Bord aktiv sein und die Gäste, darunter auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten, für ihren glamourösen Auftritt stylen. Zu einer witzigen Aktion kam es im vergangenen Herbst. Gemeinsam mit Topmodel Sara Nuru wurde ich von Porsche nach Stuttgart eingeladen, damit wir gemeinsam cabriotaugliche Frisuren testen. Jeder Look wurde am Steuer eines Porsche Boxters Cabrios unter realen Bedingungen erprobt. Das hat super viel Spaß gemacht und war eine tolle PR-Geschichte, sowohl für Porsche als auch für Sara Nuru und mich. Auch für unseren Nachbarn am Kurfürstendamm, der Audi City Berlin, bin ich im Rahmen der Eventreihe „True Berlin“ im Einsatz. Mir macht es wahnsinnigen Spaß, Schönes mit Schönem zu verbinden. Das ist fast schon ein Lebensmotto von mir.
 

Kein Wunder, hast du 2005 deshalb den mutigen Standort „Gendarmenmarkt“ gewählt? 

Der Gendarmenmarkt war damals noch eine große Baustelle, aber ich spürte trotzdem den Esprit und Charme, der von diesem Platz ausging. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt bereits visualisieren, wie schön er werden würde und mir war klar: Entweder hier oder gar nicht! So wagte ich den Schritt und eröffnete auf 800 qm meinen Konzept-Store mit Coiffeur, Casa und Café. Das Café heißt mittlerweile Shan`s Bistro und es gibt dort leckeres Essen.

Kochst du darin etwa selbst?

Nein, dafür reicht meine Zeit leider nicht, wobei ich sehr gerne koche. Dafür sind aber die Rezepte fast alle von mir. Ich lege viel Wert auf gesundes Bio-Food. Man kann sagen, Shan`s Bistro bietet moderne Berliner Küche mit einem orientalischen Touch, z. B. durch besondere persische Gewürze. Mag sein, dass dadurch auch unser Publikum sehr international ist.

Zwei Konzepte - eine Marke!

Seit 2012 gibt es einen zweiten Standort von dir am Kurfürstendamm? Gleiches Konzept?

Nein, Shan’s True Beauty ist in erster Linie ein Make-up, Hair & Nail Service „to go“. Schon auch 100 % Shan, aber hier geht es hauptsächlich um die schnelle Kosmetik. Wobei wir im Obergeschoss wie am Gendarmenmarkt auch einen Luxury Bereich haben. Aber im Mittelpunkt meines Salons amKudamm steht eindeutig das Blow Dry Konzept. Waschen, föhnen, gehen. Darum geht es hier. Wir haben viele Laufkunden, z. B. Businessleute, die in ihrer Mittagspause oder nach Feierabend schnell vorbeischauen, um ihren Look auf Vordermann zu bringen. Termine vergeben wir hier keine im Voraus. Viele kommen sogar schon mit nassen Haaren zu uns, um sich einfach nur föhnen und stylen zu lassen. Aber auch Wimpern- und Augenbrauen färben, Maniküre und Make-up-Looks haben wir im Angebot. Ich vergleiche Shan`s True Beauty immer gerne mit einem Coffeeshop. Jeder hat eine tolle Kaffeemaschine zuhause, aber trotzdem gehen die Leute gerne Kaffee trinken. 
 

Die Kunden am Kurfürstendamm wollen doch sicherlich auch von Shan bedient werden. Wie managst du das, ohne dich zu zerteilen?

Natürlich ist es wichtig, an beiden Standorten Präsenz zu zeigen. Darum achte ich darauf, möglichst einen halben Tag am Gendarmenmarkt und die andere Hälfte am Kudamm zu sein. Dort bin ich dann allerdings nur im Obergeschoss. In der Blow Dry Bar arbeiten freie Make-up-Artisten und Stylisten. Da bin ich nicht aktiv. Samstags wechsle ich ab, mal Kudamm, mal Gendarmenmarkt. Das funktioniert ganz gut so.

Eigene Möbelkollektion

Es ist kein Geheimnis, dass ästhetischerLifestyle für dich Ausdruck von Persönlichkeit ist. Wie integrierst du diesen in deinen eigentlichen Beruf Friseur?
Ästhetik hört ja keineswegs bei der Frisur auf. Sie ist ja nur Teil eines Ganzen. Um sie richtig zur Geltung zu bringen, gehören neben dem passenden Make-up auch Kleidung und Schmuck dazu. Und im weiteren Sinne auch die Dinge, mit denen man sich umgibt und die den persönlichen Stil ergänzen bzw. unterstreichen. Daher macht ein Friseursalon mit angegliederter Boutique durchaus Sinn. Bereits vor Jahren habe ich mein Geschäftsfeld um einen Interior-Design Bereich erweitert, um auch Möbel, Schmuck und Accessoires anzubieten. Dabei präsentiere ich aber nicht nur die Produkte namhafter Designer, sondern biete auch meine eigene Möbel-Kollektion SHAN an.

Heißt das, du stellst auch selbst Möbel her?
Nicht direkt. Auf die Idee brachte mich mein Kunde Markus Wolf. Er ist der Geschäftsführer von WOLFMÖBEL, ein Konzept, das ich sehr bewundere. Markus und ich sind uns in punkto Geschmack und Stil total ähnlich. Auch er lebt nach dem Motto „Immer einen Tick anders“ und sucht stets das Neuartige. So konnten wir gar nicht anders als unsere Energien zusammenbringen, um etwas Schönes und Besonderes zu kreieren. Von mir kamen die Entwürfe, er hat sie umgesetzt. Herausgekommen ist eine Kollektion in klarem zeitlosem Design mit einem spannenden Materialmix aus edlem Sheesham-Holz und feinem Lederimitat.

"Drei Jahre Ausbildung sind abschreckend"

Dein Konzept ist ja wirklich breit aufgestellt: Friseur, Bistro, Boutique, Blow Dry Bar. Besteht da nicht die Gefahr sich zu verzetteln?

Nicht, wenn man sich entsprechend organisiert. Und das sind wir. Allein 12 Mitarbeiter beschäftigen sich ausschließlich mit der Administration, d. h. mit Buchhaltung, Marketing, Sekretariat etc. Das machen wir alles selbst und zwar von der Pike auf. Jede Woche haben wir ein großes Meeting mit allen Mitarbeitern sowie ein extra Meeting mit jeder Abteilung. Durch unser geniales hausinternes Email-System sind immer alle über alles informiert.
 

Nachwuchsprobleme in unserer Branche – für dich ein Thema?

Ich habe zum Glück keine Personalprobleme mehr und bekomme qualifizierte Bewerbungen aus der ganzen Welt. Da ist manchmal die Qual der Wahl groß, zumal mich Gesellenbriefe überhaupt nicht interessieren. Die schau` ich mir noch nicht mal an, weil sie meiner Meinung nach nichts über die wirkliche fachliche Qualität und das Talent der Bewerber aussagen. Ich lasse jeden potenziellen neuen Mitarbeiter, dessen Bewerbung mich anspricht, zunächst Probe arbeiten. So sehe ich direkt, ob der- oder diejenige qualifiziert und vor allem auch motiviert ist und zu uns passt.

Wenn der Gesellenbrief in deinen Augen wirklich nur Makulatur ist, wie stehst du dann zum derzeit viel diskutierten Thema Friseurausbildung?

Ganz generell finde ich 3 Jahre Ausbildung eher abschreckend. Es wird Zeit, dass dieses System sich ändert, damit wir wieder richtig talentierte Nachwuchsfriseure für unseren schönen Beruf motivieren können. Wer will denn in der heutigen Zeit noch drei Jahre Ausbildung machen und warum eigentlich? Diejenigen, die aus vollem Herzen Friseur werden möchten, schaffen das mit einer qualifizierten praktischen Ausbildung auch in einem wesentlich kürzeren Zeitrahmen. Denn nicht die Dauer der Ausbildung ist ausschlaggebend, sondern die Qualität. Genau da bedarf es dringend einer Reform.   

Neues Projekt in München

Was müssen Mitarbeiter mitbringen, die bei Shan arbeiten möchten?

Sie müssen vor allem hochmotiviert und bereit sein, mehr zu geben und permanent dazu zu lernen. Wir zahlen überdurchschnittliche Gehälter und bieten hochqualifizierte Weiterbildung. Motivierte und talentierte Mitarbeiter können sich bei uns enorm weiterentwickeln, aber natürlich nur, wenn sie entsprechend Leistung und Einsatzbereitschaft zeigen.
 

Gibt es einen Leitspruch, mit dem du dich und deine Mitarbeiter immer wieder motivierst?

Optimieren, optimieren, optimieren! Ich bin eigentlich wunschlos glücklich, habe eine wundervolle Familie, den schönsten Beruf der Welt. Dennoch gibt es keinen perfekten Zustand. Den darf es auch nicht geben, denn der Tag, den man als perfekt empfindet, bietet doch gar kein Ziel mehr. Eigentlich kann man dann auch sterben! (hält kurz inne).Zufriedenheit ist für mich der Weg. Das bedeutet, sich jeden Tag neu erfinden und das gut dosierte Glück immer wieder ein Stückweit zu optimieren.

Das hört sich so an, als gäbe es bald einen dritten Salon von und mit Shan Rahimkhan?

In der Tat bin ich augenblicklich in der Planung für etwas Neues. Allerdings wird es kein dritter Salon sein. Denn wo mein Name draufsteht, muss ich auch drin sein und Haare schneiden. Und mit zwei Salons an zwei unterschiedlichen Standorten bin ich mit meiner physischen Präsenz total ausgelastet. Es wird also keine Filialen in Berlin oder einer anderen Stadt geben… (zögert) Aber ich kann schon mal verraten, dass wir an einem Spa für Haut und Haar am Standort München arbeiten. Dort werden aber definitiv keine Haare geschnitten.

Herzlichen Dank, lieber Shan Rahimkhan, für dieses ausführliche Interview!

www.shanrahimkhan.com